Überstundenrechner – Überstunden berechnen und Auszahlung ermitteln

Geben Sie Ihre Soll- und Istarbeitszeit ein — der Rechner ermittelt Ihre Überstunden auf die Minute genau und zeigt, was eine Auszahlung mit Zuschlag brutto ergibt. Kein Login, keine Installation.

Überstundenrechner

Überstunden auf die Minute genau berechnen – inkl. Vergütung, Zuschlag und § 3 ArbZG Prüfung

Arbeitszeit

Format: HH:MM oder Dezimal (z.B. 8.5)
Format: HH:MM oder Dezimal (z.B. 8.5)

Vergütung (optional – für Auszahlungsberechnung)

In Euro, leer lassen = nur Zeit
Tariflich vereinbarter Satz
Hilft bei der ArbZG-Prüfung
Überstunden
Dezimalwert
Sollarbeitszeit
Istarbeitszeit

§ 3 ArbZG – Gesetzliche Arbeitszeitgrenzen

RegelungGrenzeIhre IstzeitStatus

Teilen Sie Ihre Berechnung

Überstunden berechnen – Rechner

Der Rechner vergleicht Ihre vertragliche Sollarbeitszeit (z. B. 8:00 Std. pro Tag oder 40:00 Std. pro Woche) mit der tatsächlich geleisteten Istarbeitszeit. Die Differenz ergibt die Überstunden. Geben Sie zusätzlich Ihren Stundenlohn ein, um die Bruttoauszahlung mit Zuschlag zu berechnen.

Eingaben:

  • Sollarbeitszeit (Stunden:Minuten oder Dezimal)
  • Istarbeitszeit (Stunden:Minuten oder Dezimal)
  • Stundenlohn brutto (optional, für Auszahlungsberechnung)
  • Zuschlagsatz in % (optional, Vorgabe: 25 %)

Ausgaben:

  • Überstunden in Std.:Min. und in Dezimalstunden
  • Grundvergütung für die Überstunden (Stundenlohn × Stunden)
  • Zuschlag in € brutto
  • Gesamtbetrag brutto
  • ✅ / ⚠️ Hinweis bei Überschreitung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit nach §3 ArbZG

Negative Differenzen (Istzeit < Sollzeit) werden als Minderstunden ausgewiesen, nicht als Überstunden.

Überstunden auszahlen oder abfeiern? Ein Vergleich

Ob Überstunden vergütet oder als Freizeitausgleich abgebaut werden, hängt vom Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ab. Gesetzlich ist beides zulässig; §3 ArbZG regelt nur die Höchstarbeitszeit, nicht die Kompensation.

MerkmalAuszahlungFreizeitausgleich (Abfeiern)
Steuer- und SozialabgabenVoll beitragspflichtigKeine Abgaben
ZuschlagJe nach Vertrag/TV (z. B. 25–50 %)Meist 1:1 (selten 1:1,25)
Liquidität für ArbeitnehmerSofortZeitversetzt
Urlaubsanspruch beeinflusstNeinNein
Typisch beiEinzelhandelstarifverträgen, TVÖDBüro, IT, Ingenieurswesen
Verjährung AnspruchRegelmäßig 3 Jahre (§195 BGB)Gleich

Enthält Ihr Vertrag keine Regelung, gilt: Überstunden müssen angeordnet oder geduldet sein und sind grundsätzlich zu vergüten (BAG, Az. 5 AZR 347/21). Eine pauschale Abgeltungsklausel im Arbeitsvertrag ist nur wirksam, wenn die Zahl der abgegoltenen Überstunden klar begrenzt ist.

Wer Überstunden über mehrere Wochen hinweg verfolgen möchte, findet dafür den Arbeitszeitrechner auf der Startseite — dort lassen sich Tageszeiten mit Pausen eintragen und Wochentotale summieren.

Zuschläge auf Überstunden: Was ist gesetzlich vorgegeben?

Das Arbeitszeitgesetz schreibt keinen Überstundenzuschlag vor. Die Pflicht zu Zuschlägen ergibt sich aus Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder dem Arbeitsvertrag. Fehlt eine solche Regelung, besteht kein gesetzlicher Anspruch auf einen Zuschlag — nur auf die Grundvergütung.

Steuerfreiheit greift ausschließlich für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge nach §3b EStG — nicht für einfache Mehrarbeit unter der Woche.

Arbeitszeit / AnlassTypischer TarifzuschlagSteuerfreiheit §3b EStG
Überstunde (Werktag, tagsüber)25–30 %Nein
Überstunde (Samstag)25–50 %Nein
Sonntagsarbeit50–100 %Ja, bis 50 % Grundlohn
Feiertagsarbeit125–150 %Ja, bis 125 % Grundlohn
Nachtarbeit (23–6 Uhr)20–25 %Ja, bis 25 % Grundlohn
Nachtarbeit (0–4 Uhr)40 % (viele TV)Ja, bis 40 % Grundlohn

Die Steuerfreiheitsgrenzen beziehen sich immer auf einen Stundengrundlohn, der maximal 50 € betragen darf (§3b Abs. 2 EStG). Liegt der tatsächliche Lohn darüber, ist nur der Zuschlag auf Basis von 50 €/Std. steuerfrei.

Für eine vollständige Lohnberechnung inklusive Mindestlohn-Prüfung steht der Stundenrechner zur Verfügung.

Beispielrechnung: Herr Kavermann — Werkstatt, Montag–Freitag

Ausgangslage:

  • Sollarbeitszeit: 40:00 Std./Woche (8:00 Std./Tag × 5 Tage)
  • Istarbeitszeit diese Woche: 44:30 Std.
  • Stundenlohn brutto: 18,50 €
  • Überstundenzuschlag laut Tarifvertrag: 25 %

Schritt 1 — Überstunden ermitteln:

44:30 Std. − 40:00 Std. = 4:30 Std. = 4,5 Dezimalstunden

Schritt 2 — Grundvergütung Überstunden:

4,5 Std. × 18,50 € = 83,25 €

Schritt 3 — Zuschlag:

83,25 € × 25 % = 20,81 €

Schritt 4 — Gesamtauszahlung Überstunden brutto:

83,25 € + 20,81 € = 104,06 € brutto

⚠️ Gesetzliche Höchstarbeitszeit-Prüfung: 44,5 Std./Woche liegt unter dem Wochenlimit (48 Std. nach §3 ArbZG), der Rechner zeigt ✅.

Gesetzlicher Rahmen: Was das ArbZG zu Überstunden regelt

§3 ArbZG begrenzt die werktägliche Arbeitszeit auf 8 Stunden und erlaubt eine Verlängerung auf bis zu 10 Stunden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten ein Durchschnitt von 8 Stunden nicht überschritten wird. Die Wochenobergrenze ergibt sich daraus mit maximal 48 Stunden im Durchschnitt.

RegelungWertQuelle
Reguläre Tageshöchstarbeitszeit8 Stunden§3 Satz 1 ArbZG
Verlängerte Tageshöchstarbeitszeit10 Stunden§3 Satz 2 ArbZG
Ausgleichszeitraum für Verlängerung6 Kalendermonate oder 24 Wochen§3 Satz 2 ArbZG
Höchstarbeitszeit Woche (Durchschnitt)48 StundenAbgeleitet aus §3 ArbZG
Ruhezeit zwischen zwei SchichtenMindestens 11 Stunden§5 Abs. 1 ArbZG

Überstunden, die systematisch über die 48-Stunden-Grenze hinaus angeordnet werden, sind rechtswidrig — selbst wenn der Arbeitnehmer zustimmt. Ausnahmen gelten in Tarifverträgen für bestimmte Branchen (§7 ArbZG).

Überstunden im Minijob – Sonderregeln

Minijobber haben eine besondere Situation: Überstunden können schnell zur Überschreitung der Verdienstgrenze von 556 € monatlich (Stand 2025) führen und damit den Minijob-Status gefährden.

Was gilt konkret:

  • Die Stundenzahl des Minijobs ist im Vertrag nicht gesetzlich begrenzt — die Verdienstgrenze ist das entscheidende Kriterium.
  • Gelegentliche unvorhergesehene Überstunden (bis zu 3 Monate im Jahr) sind unschädlich für den Minijob-Status, wenn die Jahresgrenze (12 × 556 € = 6.672 €) insgesamt nicht überschritten wird.
  • Regelmäßige Überstunden, die dauerhaft zur Grenzüberschreitung führen, begründen Sozialversicherungspflicht rückwirkend.

⚠️ Arbeitgeber sind verpflichtet, die Arbeitszeit von Minijobbern lückenlos zu dokumentieren (§17 MiLoG).

Häufige Fehler beim Überstunden berechnen

FehlerRichtige Vorgehensweise
Pause wird nicht abgezogenPausen zählen nicht als Arbeitszeit; Nettostunden als Basis verwenden
Rüst- und Umziehzeiten vergessenDiese zählen als Arbeitszeit, wenn vom Arbeitgeber verlangt (BAG-Rspr.)
Zuschlag auf Bruttogesamtlohn statt StundenlohnZuschlag immer auf den vertraglichen Stundenlohn berechnen
Überstunden erst ab Minute 1 zählenVerträge können eine Bagatellgrenze (z. B. 15 Min./Tag) enthalten
Dezimalstunden falsch umrechnen0,5 Std. = 30 Min. — nicht 50 Min. (→ Dezimalrechner)

FAQ – Häufige Fragen zu Überstunden

Sind Überstunden in Deutschland gesetzlich geregelt?

Das Arbeitszeitgesetz regelt nur die Höchstarbeitszeit (§3 ArbZG: max. 10 Std./Tag, Durchschnitt 48 Std./Woche), nicht die Vergütung. Ansprüche auf Bezahlung oder Freizeitausgleich entstehen aus Arbeits- oder Tarifvertrag.

Ab wann zählt eine Stunde als Überstunde?

Als Überstunde gilt jede Arbeitsstunde, die über die vertraglich vereinbarte Sollarbeitszeit hinausgeht. Manche Verträge sehen eine Toleranzgrenze (z. B. 15 Minuten täglich) vor, bis zu der keine Überstunden entstehen.

Muss ich Überstunden anordnen lassen?

Ja. Überstunden müssen ausdrücklich angeordnet, zumindest aber vom Arbeitgeber geduldet oder gebilligt worden sein. Selbst initiierte Mehrarbeit, die der Arbeitgeber weder kennt noch kennen musste, begründet keinen Vergütungsanspruch.

Was gilt, wenn im Vertrag steht „Überstunden sind abgegolten“?

Eine solche Klausel ist nur wirksam, wenn die Zahl der abgegoltenen Überstunden eindeutig beziffert ist. Enthält die Klausel keine konkrete Stundenanzahl, ist sie unwirksam (BAG-Rechtsprechung, ständig).

Wie werden Überstunden bei Teilzeit berechnet?

Die Sollarbeitszeit richtet sich nach dem Teilzeitvertrag. Überstunden entstehen erst, wenn die vertraglich vereinbarte Teilzeit-Stundenzahl überschritten wird — nicht bereits bei Überschreitung der Vollzeit-Stundenzahl des Betriebs.

Verfallen Überstunden, wenn ich sie nicht abfeiere?

Überstundenguthaben verjähren nach der regelmäßigen Verjährungsfrist von 3 Jahren (§195 BGB), sofern keine kürzere Ausschlussfrist im Vertrag oder Tarifvertrag gilt. Ausschlussfristen von 3–6 Monaten sind in vielen Tarifverträgen üblich und gehen der gesetzlichen Verjährung vor.

Kann ich Überstunden steuerfrei ausbezahlen lassen?

Nein — einfache Mehrarbeit an Werktagen ist immer steuerpflichtig. Nur Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit sind unter den Bedingungen des §3b EStG steuerfrei.

Was muss ich bei Überstunden über Mitternacht beachten?

Eine Schicht, die über Mitternacht reicht, gilt als eine zusammenhängende Arbeitszeit. Der Rechner berechnet die Dauer korrekt, wenn Startzeit > Endzeit eingegeben wird (Nachtschicht-Modus). Für die Zuschlagsberechnung zählt die tatsächliche Uhrzeit des geleisteten Anteils.

Dieses Tool dient der Orientierung. Rechtlich verbindliche Auskünfte erteilt ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.